Mein Weg in die Namib
Es begann mit einem Film und folgender Szene: verdurstende Pelikankücken, noch nicht flügge, machen sich auf die Wanderung durch die in der Hitze flirrende Etosha-Pfanne, um Wasser zu finden. Ein simpler Filmtrick spiegelte Regenfälle vor, was den Eindruck erwecken sollte, die Vögel wären gerettet. Doch ich als 10jähriger Stöpsel war empört: so ein billiger Trick – auf den falle ich nicht rein – eines Tages werde ich dorthin reisen und die Vögel retten.
14 Jahre später bin ich das erste Mal in Namibia. Im Studium der Geographie ergab sich die Möglichkeit, an einer dreiwöchigen Exkursion nach Namibia teilzunehmen. Diese Zeit habe ich auf sieben Wochen ausgedehnt, um auch andere Landesteile kennen zu lernen. Doch das hat den Kindheitstraum nur noch mehr befeuert: ich wollte mehr, die Weite und Wildnis hatten eine Sehnsucht in mir geweckt, der ich nachgehen wollte. Ein guter Freund schmiedete den Plan, die Forschungsstation Gobabeb mitten in der Namib anzuschreiben und uns beide dort auf eine Praktikumsstelle im Rahmen unseres Studiums zu bewerben.

So ergaben sich in den 90er Jahren mehrmonatige Aufenthalte als Praktikant (im Etoscha-Nationalpark und in der Forschungsstation Gobabeb) sowie insgesamt 1,5 Jahre Forschung in der Namib. Zusätzlich kamen noch einige Urlaubsreisen dazu, so dass ich zwischen 1991 und 2005 insgesamt etwa drei Jahre in Namibia verbracht habe, mal nur für drei Wochen oder auch für ein Jahr am Stück.

In der langen Zeit zwischen 2005 und 2024 habe ich ein weniger bewusstes Leben geführt, war halbwegs zufrieden damit, die klassischen Rollen als Arbeitnehmer, Familienvater und Durchschnittsbürger zu leben.
Eine große Krise beginnend im Jahr 2020 (es war nicht Covid-19) war der Startschuss zur bewussten Beschäftigung mit meiner Aufgabe im Leben – ein Ergebnis davon war die Reise mit meiner Familie nach Namibia im Jahr 2024 und die Erkenntnis, wie inspirierend und kräftigend der intensive Kontakt mit diesem Land und insbesondere der Wüste für mich ist – und die Idee war geboren, diese Erfahrung weiterzugeben.
